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Bremer Brücken

Brücke am Teerhof

FLUSSBRÜCKEN

Der Bestand an Straßenbrücken in Bremen setzt sich aus insgesamt 839 Teilbauwerken[1] zusammen. Am auffälligsten sind dabei die Weserbrücken. 1244 verband die erste Brücke als hölzernes Bauwerk die Weserufer miteinander. Sie wurde an der Stelle der heutigen Wilhelm-Kaisen-Brücke errichtet. Über 600 Jahre nach dem Bau der ersten Weserquerung entstanden mit der Eisenbahnbrücke und der jetzigen Bürgermeister-Smidt-Brücke zwei weitere Weserbrücken. Im 2.Weltkrieg wurden alle Brücken über die Weser zerstört.

Der Wiederaufbau der Stadt erforderten schnelle, zweckmäßige Lösungen. Zunächst wurden einige Behelfsbrücken gebaut sowie an den alten, teilweise zerstörten Brücken notwendige Instandsetzungsmaßnahmen durchgeführt. Erst Jahre später wurden die Weserquerungen durch Neubauten ersetzt.

1961 wurde die Wilhelm-Kaisen-Brücke gebaut, die in ihrer architektonischen und gestalterischen Form den Geist dieser Zeit ausdrückte. Besonders markant erscheinen die trompetenförmigen Ausrundungen an den Brückenwiderlagern. Die Bürgermeister-Smidt-Brücke ist mit nur 51 Jahren Bremens älteste Weserbrücke. Besonders wirken hier die alten, von Sandstein geprägten Widerlager und Mittelpfeiler mit dem Brückenvorkopf. Unterseitig eröffnen sich dem Betrachter die wuchtigen Stahlhohlkästen mit den geschweißten und genieteten Anschlüssen.

Als westlichste Straßenbrücke Bremens wurde 1967 die Stephanibrücke gebaut. Hier wurde der motorisierte Durchgangsverkehr der Bundesstraße 6 vom Geh- und Radwegverkehr getrennt. Die Stahlhohlkästen als tragendes Element sind an ihrer Unterseite seitlich durch eingespannte Kragarme ergänzt. Auf diesen befinden sich die Geh- und Radwege. Die Stephanibrücke und die Eisenbahnbrücke in der Nachbarschaft sind die letzten Brücken über die Weser vor der Nordseemündung. Mit dem Ausbau des Bundesfernstraßennetzes entstand 1962 die Autobahnbrücke auf der A1. Diese besteht aus einer Flutbrücke und einer Vorlandbrücke und ist mit 540 m Gesamtlänge Bremens längste und zugleich auch am stärksten frequentierte Weserbrücke.

Bremens jüngste Weserbrücken sind die Karl-Carstens-Brücke, die wegen der ehemaligen Anbaufelder am linken Weserufer im Volksmund nur Erdbeerbrücke heißt, sowie als reine Geh- und Radwegbrücke die Teerhofbrücke im Innenstadtbereich. Letztgenannte Brücken spiegeln dabei insbesondere die wieder erstarkten gestalterischen Anforderungen im Brückenbau wieder.

[1] Bei Brücken mit getrennten Überbaukonstruktionen je Fahrbahn oder unterschiedlichen Bauarten wird jede Überbaukonstruktion für sich als Teilbauwerk bezeichnet.

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STRASSENBRÜCKENSTRÄNGE

Die Straßenbrücken in der Hansestadt sind für die Handels- und Wirtschaftbeziehungen und für die leistungsfähigen Verkehrsvernetzungen ein entscheidendes Kettenglied. Die Transitverkehre und die Verkehre aus den gewerblichen Ballungszentren und den Häfen müssen schnell durch die Stadt durchgeleitet und herausgeführt werden. Viele der Bremer Brücken sind Straßenbrücken, die jedoch eher als Hochstraßen wahrgenommen werden.

Der Nordwestknoten verbindet in mehreren Ebenen die innerstädtischen Straßenzüge und das übergeordnete Straßennetz. Überwiegend wurden Platten- bzw. Plattenbalkenkonstruktionen in Spannbetonbauweise ausgeführt. Der Bereich im Anschluss zur Stephanibrücke wurde als stählerne Hohlkastenbrücke ausgebildet. Zahlreiche Rampen, Unterquerungen, Stützwände und die variierenden Stützenstellungen zeigen große und präzise Ingenieurkunst in Planung und Ausführung.
Eine der flächenmäßig größten Straßenbrücken Bremens ist der Brückenstrang Blumenthal mit einer Gesamtlänge von 573 m. Die Brücke führt die A 270 als 19-feldrige Spannbetonplattenkonstruktion in den äußersten Norden Bremens. Die Dimension dieses Bauwerks wird dem Betrachter erst durch den unterseitigen Stützenwald bewusst.
Im Zuge des Wohnungsbauprogramms Bremen-Vahr wurde die Brücke Vahrer Kreuz gebaut. Diese Konstruktion zeichnet sich durch die pilzkopfartigen Stützen in Brückenmitte aus. Der Raum unterhalb der Brücke wirkt dadurch wohltuend großräumig, obwohl der Überbau in Querrichtung über 18 m Breite misst. Erst vor wenigen Jahren wurde der erste Teilabschnitt der Autobahneckverbindung A 281 eröffnet. Die Brücke überspannt 22 Felder als Spannbeton-Plattenbalken. Insbesondere die architektonisch ausgeformten Stützen und Gesimsbändern einschließlich der Lärmschutzelemente wirken in der räumlichen Umgebung von Kleingewerbe und Kleingärten belebend und verleihen der Brücke eine elegante Linienführung.

Der Brückenstrang Breitenweg führt den Straßenverkehr in Hochlage am Bremer Hauptbahnhof vorbei. Um das Stadtbild nicht zu stören und um den Bahnhofsvorplatz nicht von der Innenstadt zu trennen, erscheint die Brücke nur als schmales Band vor den Gebäudefassaden. Die Brücke ist als Spannbetonplatte über 24 Felder gespannt, wobei der Querschnitt als sogenannter „Fischbauch“ ausgeführt wurde. Die Platte verjüngt sich von 120 cm Dicke in Brückenachse auf nur 20 cm am Rand und wird über schlanke, stählerne Stützen getragen. Trotz dieser ingenieurmäßig außerordentlich anspruchsvollen Konstruktion entspannen sich immer wieder Diskussionen um den städtebaulichen Charakter dieses Bauwerkes.

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GEH- UND RADWEGBRÜCKEN

Den Bremern ist die Nähe zu den innerstädtischen Grünanlagen, zu den Parks und den ländlichen Bereichen am Stadtrand wichtig, um sich in ihrer Stadt wohl zu fühlen. Dabei spielen viele Geh- und Radwegbrücken eine entscheidende Rolle. Sie verbinden Stadt und Land, buten und binnen.
Bremen besitzt ein sehr weitverzweigtes System von kleineren Flussläufen links- und rechtsseitig der Weser. Hinzu kommen unzählige Fleete in den Wohngebieten, in den Kleingartengebieten oder in den Parkanlagen. Über 220 Geh- und Radwegbrücken unterschiedlichster Konstruktionsart werden vom Amt für Straßen und Verkehr Bremen unterhalten.

Bremens älteste vorhandene Brücke wurde 1843 gebaut. Nach mehreren Verlegungen überbrückt sie jetzt das Waller Fleet am Adlerweg. Als geschmiedetes, genietetes und gekeiltes Fachwerk mit einer Stützweite von 14,80 m wirkt sie heute für den Benutzer unspektakulär und bieder. Ihre wahre Kunst entfaltet sie jedoch erst durch den Blick von der Wasserseite aus.

Architektoniscvh besonders anspruchsvoll sind die Brücken im Bremer Bürgerpark, die von der Bürgerparkverwaltung unterhalten und verwaltet werden. Besondere Beachtung findet dabei die Melchersbrücke, eine steinerne Gewölbebrücke, die 1881 gebaut wurde. Sie zeichnet sich insbesondere durch die Ornamente, Medaillons und die Eckobelisken mit den Zierlampen aus.
Die meist frequentierte Fußgängerbrücke ist die Brücke Bischofstor in den innerstädtischen Wallanlagen. Besonders das historische Bischofstor mit den Sandsteinpfeilern und dem schmiedeeisernem Tor bildet eine gelungene Einheit mit dieser erst 1954 gebauten Brücke.

Weitere Konstruktions- und Bauwerksarten lassen sich anderen Brücken dokumentieren. Im Knoops Park werden die Lasten über die außenliegenden Fachwerke auf die Widerlager abgetragen. So kann eine größere Spannweite überbrückt werden. Im Rhododendronpark stehen mehrere Stahl-Holz-Brücken. Die tragende Elemente sind Stahllängsträger. Die sichtbaren Elemente wie der rutschfeste Belag und die Geländer sind allerdings aus Holz.

Wesentlich erhaltungsfreundlicher sind Stahlbetonbrücken. Dabei wird entweder die Stahlbetonverbundweise angewendet oder echte Plattentragwerke, wie bei der 92,00 m langen Geh-und Radwegbrücke am Werdersee. Charakteristisch für diese Brücke sind die schmalen, konisch ausgebildeten Brückenpfeiler.