Sie sind hier:

Oft gefragt: Brückenbauwerke in Bremen

Für welche bzw. für wie viele Brückenbauwerke ist das ASV zuständig?

Im Zuge der Gründung der Autobahn GmbH des Bundes (AdB) sind die zu den Bundesfernstraßen gehörenden Brückenbauwerke am 01.01.2021 an die AdB übergeben worden. Daher ist das ASV aktuell für 487 Brücken und 725 Ingenieurbauwerke (Tröge, Lärmschutzwände, Stützwände, Durchlässe, usw.) in Bremen zuständig.

Wie wird entschieden, welche Brücke wann erneuert oder saniert wird?

Diverse größere bremische Brücken befinden sich zurzeit in der sogenannten Nachrechnung. Dabei wird überprüft, ob die Brücken in statischer Hinsicht den aktuellen Anforderungen und Belastungen durch den aktuellen – aber auch zu erwartenden zukünftigen - Verkehr genügen. Hintergrund hierfür ist, dass bei den meisten Brücken bei der Planung und dem Bau von anderen verkehrlichen Belastungen ausgegangen worden ist, da der Verkehr vor 30 bis 40 Jahren deutlich geringer war als der heutige. Aus den Ergebnissen dieser Nachrechnungen ergeben sich dann erforderliche Sanierungs- oder Verstärkungsmaßnahmen oder auch verkehrliche Einschränkungen, wenn eine Ertüchtigung baulich nicht umsetzbar bzw. wirtschaftlich nicht vertretbar ist. Ebenso ergibt sich hieraus die sogenannte Restnutzungsdauer des Bauwerkes sowie der zeitliche Rahmen für einen Ersatz des Bauwerkes.
Bei kleineren Brücken wie Radweg- und Fußgängerbrücken ergibt sich der Sanierungs- bzw. Ersatzbedarf aus den regelmäßig durchgeführten Bauwerksprüfungen und –Besichtigungen nach DIN 1076.

Durch welche Faktoren wird eine Brücke sanierungsbedürftig?

Die Hauptursachen/-probleme sind die deutlich gestiegenen Verkehre sowohl hinsichtlich der Anzahl der Fahrzeuge als auch der Lasten aus den Güterverkehren. Durch diese höheren Belastungen kommt es zu Schäden und Überlastungen der Bauwerke, welche zwar durch intensive Unterhaltungsarbeiten verzögert, allerdings nicht aufgehalten werden können.

Wie und wann erfahre ich von einer geplanten Sperrung der von mir genutzten Brücken und möglicher Umleitungen?

Auf alle Fälle ist die VMZ (Verkehrsmanagementzentrale) die aktuellste Informationsquelle. Hier sind sämtliche Sperrungen inklusive Umleitungen per Kartensystem aufgezeigt. Bei festgestellter akuter Gefährdungslage bleibt wenig Vorwarnzeit – über die VMZ werden bei jeder Sperrung (ob adhoc oder nicht) zusätzlich zu der Mitteilung auf der eigenen Webseite alle relevanten Multiplikatoren und Stellen wie bspw. Radiosender und Polizei mit der Bitte um Veröffentlichung informiert.
Bei längerfristig geplanten Maßnahmen ohne akute Gefährdung werden über den angeführten Kommunikationsmaßnahmen hinaus Pressemitteilungen mit entsprechender Vorlaufzeit veröffentlicht.

Gibt es konkrete Fälle von Bremer Brücken, die in naher Zukunft erneuert werden?

Seit September 2020 wird die Flutbrücke Borgfeld neu gebaut bzw. ersetzt.
Für andere, größere Brücken wie z. Bsp. Wilhelm-Kaisen-Brücke oder Stephanibrücke stehen die Nachrechnungsergebnisse noch aus, aber auch bei diesen Brücken ist in den nächsten Jahren mindestens mit Sanierungsmaßnahmen zu rechnen.

Was kostet der Brückenunterhalt?

Die Kosten für die jährliche Brückenunterhaltung beliefen sich in den letzten Jahren auf rund 2,5 Mio. Euro pro Jahr. Dies beinhaltet keine Kosten für Neubauten oder größere Instandsetzungsmaßnahmen, da diese jeweils separat über die erforderlichen Ausschüsse genehmigt werden müssen.

Als älteste Brücke Bremens gilt die über das Waller Fleet im Bereich Adlerweg. Welches ist Bremens neueste Brücke?

Aktuell (Juli 2021) wird die Flutbrücke Borgfeld neu gebaut und im Kleingartengebiet „In den Wischen“ wurden gerade drei kleinere Geh- und Radwegbrücken bis Mitte des Jahres hergestellt. Dies wären dann die jüngsten / neuesten Brücken in Bremen.

Welches Bremer Brückenbauwerk ist aus technischen oder anderen Gründen besonders erwähnenswert oder sogar sehenswert?

Als ein interessantes Bauwerk wäre hier die Wilhelm-Kaisen-Brücke zu benennen. Es handelt sich dabei um die erste Spannbetonbrücke in Bremen. Die Wilhelm-Kaisen-Brücke verbindet die beiden Weserufer an historischer Stelle „erster Weserübergang“ und ist die direkte Verbindung von der Altstadt zur Neustadt. Die zwei Überbauhälften wurden jeweils „für sich“ im sog. Freivorbau-Verfahren hergestellt und in Strommitte durch eine spezielle Gelenkkonstruktion verbunden, damit bei Belastung kein Absatz in der Fahrbahn entsteht. Die Wilhelm-Kaisen-Brücke ist hinsichtlich dieser Konstruktion eine Seltenheit. Das System aus zwei Kragträger, die sich in Brückenmitte treffen und mit einem Gelenk miteinander verbunden sind, findet sich in Deutschland nur noch einmal wieder, und zwar in Worms bei der sogenannten Nibelungenbrücke (Baujahr Nibelungenbrücke: 1951 bis 1953). Für die Strombrücke der Nibelungenbrücke ist aber für 2025 ein Neubau geplant, so dass die Wilhelm-Kaisen-Brücke die einzige Brücke dieser Bauart in Deutschland sein wird.